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AG Bergen-Belsen

Rückblick Studienfahrt nach Amsterdam/Westerbork

Unsere Studienfahrt führte uns in diesem Jahr nach Amsterdam und Westerbork. Wir waren eine große Gruppe von 29 Teilnehmern.


Im Museum

Unser Programm umfasste eine Führung durch das Jüdisch Historischen Museums mit Kindermuseum und Gang durch das ehemalige jüdische Viertel (zur "Hollandse Schouwburg", einem ehemaligen Theater, das man als Sammelstelle für Juden vor ihrem Abtransport per Straßenbahn zum Amsterdamer Hauptbahnhof benutzte. Von dort fuhren die Züge in das Sammellager Westerbork im nur dünn besiedelten Norden der Niederlande).

Ferner stand ein Besuch des Anne-Frank-Hauses auf dem Programm.

Aber ein besonderer Höhepunkt war das Gespräch mit Esther Maas und Fanny Heymann – Schwestern, die das KZ Bergen-Belsen als Kinder überlebt haben. Sie waren als Familie mit 4 Kindern im Sternlager in Bergen-Belsen. Im Februar starb ihr Vater. Am 8. April wurde die Mutter mit den 4 Kindern wieder auf eine Reise mit unbekanntem Ziel durch das zusammenbrechende Deutschland geschickt. Sie wurden in Farsleben bei Magdeburg befreit. Kurz danach starb auch die Mutter und die Kinder waren sich selbst überlassen.


Gesprächsrunde

Esther - mit 11 Jahren die älteste von den Geschwistern - übernahm die Mutterrolle. Fanny, die Jüngste, war gerade 3 Jahre alt. Zurück in den Niederlanden wurden sie auf Pflegefamilien aufgeteilt, (aber Esther hat immer dafür gesorgt, dass sie den Kontakt untereinander nicht verloren haben).

Seit einigen Jahren erzählen Esther und Fanny in Form eines Dialogs ihre Geschichte vor Schulklassen und zwar so, dass Fanny die Fragende ist - sie war ja noch sehr klein und weiß vieles gar nicht – und Esther antwortet. So durften wir ein sehr lebendiges Gespräch zwischen den Beiden erleben, in das wir uns auch selbst als Fragende einbringen konnten. Die positiven Ausstrahlung der beiden Schwestern hat uns tief beeindruckt! Es war für alle ein besonderes Erlebnis.

In Westerbork wurden wir mit einer Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen empfangen. Die Gedenkstätte hatte extra für unsere Gruppe eine Zeitzeugin eingeladen. Leider ließen das Wetter und unsere zugbedingte Verspätung nur noch einen kurzen Besuch des ehemaligen Lagergeländes zu. Aber das Zeitzeugengespräch hinterließ einen so starken Eindruck, dass wir viel Stoff für Gespräche auf der Rückfahrt hatten.


Gedenkstätte Westerbork

Gedenkstein

Historisches Ende des Schienenstranges