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AG Bergen-Belsen

Band der Namen

Im Jahr 2002 haben 40 000 Jugendliche 40 000 Namen von Menschen geschrieben, die im KZ Bergen-Belsen waren. Es wurde ein 2,5 km langes weißes Folienband gestaltet, das auf der ehemaligen Lagerstraße vom Eingang bis zum Krematorium ausgelegt wurde. Die vielen Namen Mitten in der »idyllischen Heidelandschaft« gaben vielen Besuchern Anlass zum Nachdenken.

Diese 40 000 Namen stehen stellvertretend für die Menschen, die in den letzten Jahren 1943 bis 1945 auf dieser Straße ins Lager getrieben worden sind. Es sind also keine Totenlisten, sondern Transportlisten. Man schätzt, dass es insgesamt 120 000 Menschen waren, davon ist aber nur ein Drittel bisher bekannt.

Das Band der Namen hat zum einen die Lagerstraße als Achse, die durch das gesamte Lager führte, sichtbar gemacht und zum anderen eine Verbindung hergestellt zwischen den beiden unterschiedlichen Teilen der Gedenkstätte (Friedhof und Freilegung).

Das Band der Namen hat vielfaltige Reaktionen hervorgerufen: Bei Führungen kann man jedes Mal wieder wiederbeobachten, dass die Besucher automatisch stehen bleiben, anfangen zu lesen und nachdenken: »Warum liegen hier Mitten in der Landschaft plötzlich die Namen?«
»Was für Menschen gehörten zu den Namen? Erwachsene? Kinder?«
»Woher kamen sie? Warum wurden sie verhaftet?«

Bessere Denkanstösse kann man gar nicht geben.

Außerdem haben sich viele Überlebende aus dem Ausland gemeldet, die davon gehört hatten. Ihre Name sollte auch dort draußen, wo sie selbst Wind und Wetter ausgesetzt gewesen waren,stehen.

Aus diesem Grund würde ich mir wünschen, dass auch bei der Neugestaltung der Gedenkstätte ein »Band der Namen« entlang der ehemaligen Lagerstraße eine Achse des Gedenkens durch das Gelände bildet.

Ein Vorschlag wäre zum Beispiel, dass entlang der ehemaligen Lagerstrasse ein Band aus Glas in Kopfhöhe, nur von schlichten Stahlständern gehalten, auf dem immer 5 Namen untereinandner stehen, weil sie immer zu fünft antreten mussten, nur eingeätzt, ohne Farbe, zu errichten. Man muss eben genau hinsehen. Namen so schattenhaft wie die Menschen. Kommen weitere Menschen hinzu ,lässt sich das Band erweitern. Der Aspekt der Durchsichtigkeit spielt in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle, weil sich eine Art Namen auf dem Hintergrund von Bergen Belsen ergibt.