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AG Bergen-Belsen

Lichter auf Schienen

Lichter brennen zum Gedenken - Stille Momente an der Verladerampe

Artikel vom 22. April 2002

Kerzen brannten an der Verladerampe in Bergen Belsen für die vielen zehntausende Häftlinge des Konzentrationslagers, für die diese Rampe »Endstation« ihres Lebens war.

Die Arbeitsgemeinschaft Bergen Belsen (AG) erinnert mit dieser Aktion schon seit Jahren jeweils im Zeitraum der Gendenkfeiern zum Jahrestag der Lagerbefreiung an die Opfer. Auch Überlebende nehmen immer wieder dran Teil. »Mit dieser Veranstaltung möchte ich eine Brücke der Versöhnung von den Menschen damals zu uns heute schlagen. Ohne eine bewusste Auseinandersetzung der Vergangenheit, kann es keine friedvolle Zukunft geben«, begründet Initiatorin Elke von Meding ihr Engagement.

In diesem Jahr wurden die Kerzen nicht auf den Gleisen entzündet, sondern an dem Güterwagon, der seit einer Woche an einem Gleisstück an der Verladerampe steht und auf eindrucksvolle Weise an das Leiden der KZ-Häftlinge erinnert, die in solchen Waggons an den Gleisen ankamen.

Der jetzt aufgestellte Güterwagon stammt aus dem Jahre 1916 und hatte zuvor auf dem Gelände einer Museumsbahn gestanden, von der er an die AG Bergen Belsen verkauft wurde. Im November 2001 war er dann von Weyhe-Leeste bei Bremen nach Bergen Belsen gebracht worden. Damals bestand der Waggon lediglich aus einem Korpus. Bundeswehrsoldaten restaurierten den Waggon, der im Zuge der Gedenkfeier seinen ersten »offiziellen« Auftritt hatte.

Leider wurde die stille Zeremonie an den Gleisen gestört. Zeitgleich mit ihrem Beginn erreichte ein mit Militärfahrzeugen der Briten beladener Zug die Verladerampe. Und das, obwohl die AG ihre Veranstaltung lange im Vorfeld bei den zuständigen Behörden angemeldet hatte. Sowohl das Miltiär als auch die Osthannoversche Eisenbahngesellschaft (OHE), die auf ihre Waggons und die Lokomotive warteten, waren nicht bereit, mit dem Abladen der Panzer und Laster eine halbe Stunde zu warten.