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AG Bergen-Belsen

Studienfahrt nach Neuengamme

Vom 23.- 24. 09. ging die Studienfahrt in diesem Jahr nach Neuengamme und Hamburg. Sie wurde von Birgit und Klaus Meier (Celle) organisiert, wobei die einzelnen Bausteine gut auf einander abgestimmt waren und ein abgerundetes Bild ergaben. Wir starteten am 23. , einem Samstag, um 10.00 Uhr in der Gedenkstätte Bullenhuser Damm, wo in einer ehemaligen Schule 20 Kinder untergebracht waren, die in der Nacht vom 20. auf den 21. April 1945 erhängt wurden. Diese Kinder waren Waisen, fünf bis zwölf Jahre; und sie dienten vor ihrem Tod zu medizinischen Experimenten.

Der Rosengarten der Gedenkstätte

Wir gedachten ihrer im Rosengarten der Gedenkstätte und pflanzten dort eine rote Rose. Die Kinder waren aus dem KZ Neuengamme gekommen, das wir am Nachmittag des ersten Tages besuchten und das als das „tödlichste Arbeitslager“ der Nazizeit gilt. Vor allem Klinkersteine wurden hier hergestellt, die auf dem Wasserweg nach Hamburg geliefert wurden und für den ambitionierten Ausbauplänen des Architekten Gutschow gebraucht wurden. Die Arbeit war unmenschlich schwer, ungefähr die Hälfte der Insassen in Neuengamme starben an Entkräftung, Epidemien und Unterernährung. Von diesem KZ hingen zahlreiche Außenlager in ganz Norddeutschland ab. Immer wieder wurden die Menschen wo anders hin verlegt, wo sie nicht minder schwere Arbeit zu verrichten hatten.

Am nächsten Tag konnten wir während einer Alternativen Hafenrundfahrt einige Einsatzorte sehen, in denen Zwangsarbeiter-Innen und Häftlinge für den Krieg der Deutschen schuften mussten. Ergänzend dazu lernten wir am Vormittag dieses zweiten Tages eine etwas andere Geschichte Hamburgs kennen: neben den ca 300 Hamburger Deserteuren auch die der Swing-Jugend und der Hamburger Weißen Rose. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gedenkstätte Neuengamme haben uns jeweils umfassend und engagiert informiert, das gilt auch für den Mitarbeiter des VVN Hamburg, der uns die Stätten des Widerstands zeigte.

Der Himmel war bewölkt; hätte aber die Sonne gestrahlt, wären wir durch die Touristenmassen sicher aufgehalten und genervt worden….ich danke persönlich allen, die mitgefahren sind, und vor allem denen, die unsere Reise vorbereitet und uns so gut informiert haben!